DVAM-Finanzmarkt-Newsletter

DVAM-FINANZMARKT-NEWSLETTER 28/2019

Bekanntlich soll man aufhören, wenn es am schönsten ist. Es ist kaum vorstellbar, dass es an den Kapitalmärkten noch besser wird. Entsprechend sollte man Gewinne mitnehmen und sich – mit entsprechend hoher Liquiditätsquote – entspannt zurück-lehnen, welche negative Überraschungen in den nächsten Wochen und Monaten zu erwarten sind. Schließlich gingen die Anstiege in den letzten Tagen vor allem auf die Beruhigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie eine sicherlich mindestens so expansiv wie Mario Draghi agierende, designierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde zurück. An den vorhandenen Risiken hat sich nichts geändert; es sind eher weitere hinzugekommen. Besonders akut ist die Entwicklung um den Iran. Schließlich droht dort ein militärischer Konflikt, der die globalen Machtstrukturen ins Wanken bringen könnte. Es käme nicht nur zu Engpässen in der Versorgung mit Energierohstoffen, sondern würde neue Migrationsbewegungen auslösen und die Achse China und Russland enger zusammen-schweißen. Etwas weniger offensichtlich und vielleicht aus Sicht von Anlegern weniger zeitkritisch ist die Entwicklung der Verschuldung. Schließlich scheint selbst Griechenland die Krise hinter sich gelassen zu haben, wie das Wahlergebnis des heutigen Sonntags zeigt. Die konservative Nea Dimokratia, die
vor wenigen Jahren noch als Synonym für den griechischen Zusammenbruch stand, hat die Parlamentswahlen gewonnen. Tatsächlich ist die Siegerin aber die EZB, die mit ihrer expansiven Geldpolitik Schulden – auch in Griechenland – so günstig macht, dass sich keiner mehr über die Rückzahlungsrisiken Gedanken macht. Die Verschuldung steigt also unter der Führung der USA nicht nur global, sondern auch in der Eurozone. Solange immer mehr billiges Geld Anlagechancen sucht, steigen jedoch die Zinsen für immer größere Risiken nicht – sie fallen. An dieser Garantie zum Wertverlust sollten sich Anleger nicht beteiligen, sondern die Dummheit an den Märkten zur Gewinnrealisierung nutzen.

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