DVAM-Finanzmarkt-Newsletter

DVAM-FINANZMARKT-NEWSLETTER 24/2019

Kaum hatte der EZB-Präsident Mario Draghi am letzten Donnerstag die Beibehaltung der Nullzinspolitik bekräftigt und angedeutet, dass die europäische Geldpolitik noch expansiver werden könnte, äußerten sich Vertreter von Kreditinstituten kritisch. Gerade Volksbanken und Sparkassen sprachen wieder von der „Enteignung der Sparer in Deutschland“. Dabei sind es doch gerade diese Institutsgruppen, die für diese Entwicklungen wesentlich verantwortlich sind. Hätten die damals drei Großbanken in Deutschland regionale Anbieter wie Volksbanken und Sparkassen übernehmen können und wären im internationalen Wettbewerb nicht auf Landesbanken oder genossenschaftliche Spitzeninstitute gestoßen, wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass Deutschland auch heute noch im Finanzsektor eine führende Rolle spielen würde. Mit dem daraus resultierenden geringeren Kostendruck wäre die Zinssituation für Sparer möglicherweise sogar etwas besser. Dann müssten die - gerade bei Sparkassen und Volksbanken immensen - Verwaltungskosten nicht von dem ohnehin niedrigen Zinsniveau bezahlt werden. Man darf allerdings nicht vergessen, dass gerade diese Institute von der Kreditvergabe leben und immer noch sehr auskömmliche Margen erzielen. Entsprechend ist die „Enteignung der Sparer“ eine Nebelkerze in in einem ohnehin intransparenten Finanzmarkt. Schließlich sind die Kursbewegungen bei vielen Werten nicht nachvollziehbar. Teilweise ist bei wirtschaftlich solide aufgestellten Konzernen mit überzeugenden Geschäftsmodell und hoher Zukunftsfähigkeit eine Wirtschaftsdepression eingepreist, die ein Warnsignal insbesondere für Aktienanleger sein sollte. Dieses Segment dient immer weniger als Finanzierungsquelle für Unternehmen, sondern erinnert durch die erratischen Bewegungen immer mehr an ein Casino. Dafür ist zunehmend auch der Finanzsektor verantwortlich, der mit Fonds, Zertifikaten und ähnlichem für hohe Kosten bei Anlegern und geringen Kundennutzen sorgt.

Unseren DVAM-Finanzmarkt-Newsletter können Sie sich hier als PDF herunterladen.

Sehr gern nehmen wir Sie in unseren Newsletter-Verteiler auf. Schicken Sie uns hierzu eine 
E-Mail an info@dv-am.de.