DVAM-Finanzmarkt-Newsletter

DVAM-FINANZMARKT-NEWSLETTER 22/2019

Wenn man die Analyse der ersten Zahlen zur Europawahl betrachtet, muss man sich aus verschiedenen Gründen um die wirtschaftliche Zukunft der europäischen Gemeinschaft sorgen. Die Rechtspopulisten und EU-Skeptiker haben die Anzahl ihrer Abgeordneten verdoppelt; zusammen mit Konservativen – im deutschen Maßstab sozusagen “CSU+” - kommen sie auf knapp 23%. Damit dürfte der europäische Gedanke immer kritischer hinterfragt werden. Ohne EU hat Europa aber international kaum eine Stimme. Es ist absehbar, wann Deutschland nur noch 1% der Weltbevölkerung stellt. Damit wird man – auch aufgrund der nachlassenden wirtschaftlichen Bedeutung - bei internationalen Verhandlungen zunehmend irrelevant. Daher ist ein starkes Europa existenziell für die Sicherung des Lebensstandards in Deutschland. Es wurde einfach nicht vermittelt, dass Europa seit Jahrzehnten der Garant für Freiheit, Wohlstand und Sicherheit ist. Selbst jetzt erkennen dies die deutschen Parteien nicht, sondern wollen den Klimaschutz in den Fokus rücken. Mit Ausnahme Deutschlands waren die Erfolge von Parteien, die dies als Ziel ausrufen, überschaubar. In Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland, aber auch Österreich und natürlich Großbritannien waren die Wahlsieger eher die EU-Skeptiker als Parteien mit einem ökologischen Wahlprogramm. Der Zuwachs dieser politischen Richtung geht zu mehr als der Hälfte auf das deutsche Wahlergebnis zurück. Wenn man aber nur noch 1 % der Weltbevölkerung stellt und von einer starken wirtschaftlichen Basis lebt, stellt sich die Frage, wie dann – unabhängig von den angestrebten Mitteln – die Rettung des Weltklimas gelingen soll. Letztlich resultiert der politische Einfluss Deutschlands aus der Stärke der Wirtschaft, die schon seit geraumer Zeit aufs Spiel gesetzt wird. Diese Sorge spiegelt sich auch an den Kapitalmärkten in Deutschland, die sich inzwischen wieder schwächer als vergleichbare Indices in den USA oder weiten Teilen Asiens entwickeln, gleichzeitig aber deutlich stärker schwanken.

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