DVAM-Finanzmarkt-Newsletter

DVAM-FINANZMARKT-NEWSLETTER 20/2019

Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist das kursbewegende Thema an den Kapitalmärkten. Wie von uns erwartet, kamen die Aktienmärkte unter Druck und jede Aussage zu dem Thema wird interpretiert. Dabei gibt es andere Aspekte, die mehr Beachtung verdienen würden. Dazu zählt der vom Volumen größte Börsengang seit fünf Jahren des US-Fahrdienstvermittlers Uber, der bei Erstnotiz zum Ende der letzten Woche eine Marktkapitalisierung von fast 80 Mrd. Euro erzielte, obwohl das Unternehmen keine Gewinne macht und lediglich 10 Mrd. Euro umsetzt. Dabei liegt - anders als bei Google oder Facebook - die Unternehmensperspektive nicht in der Schaffung eines neuen Geschäftsmodells, sondern in der Digitalisierung einer bestehenden Dienstleistung. Dabei geht es letztlich nur um die Verbilligung der Arbeit, da Uber versucht, möglichst viele “Hobbyfahrer” für die Plattform zu gewinnen. Je größer das Angebot, desto niedriger sind die Preise, wenn das Angebot nicht steigt. Ordnungspolitisch und ökologisch dürften aber gerade Angebotssteigerungen nicht gewünscht sein. Letztlich steigert Uber den Individualverkehr. Wenn eine Fahrt dort günstiger als eine Busfahrt ist, nutzen mehr Menschen diese Möglichkeiten und rühmen sich, die Umwelt zu entlasten, weil sie kein eigenes Auto haben. Insofern gehen die politischen
Nachhaltigkeitsbestrebungen gerade bei Digitalisierung und zukünftiger Mobilität vielfach in die falsche Richtung. Tatsächlich nachhaltig ist in einer ernsthaften und langfristigen Betrachtung oft das, was ökologisch gerade nicht dem Zeitgeist entspricht. Die sich verschiebende Diskussion hin zu wieder höheren (Staats-)Schulden zeigt allerdings auch, wie wenig ökonomische Nachhaltigkeit dem Zeitgeist entspricht. Höhere Schulden mit dem Argument einer niedrigen Zinsbelastung zu rechtfertigen, blendet völlig aus, dass Kapitaldienst stets aus Zinsen und Tilgung besteht. Wenn man weiß, dass man den Rückzahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann, begeht man letztlich Kreditbetrug.

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