DVAM-Finanzmarkt-Newsletter

DVAM-FINANZMARKT-NEWSLETTER 19/2019

In den letzten 15 Handelstagen hatte sich selbst der DAX mit einer Ausnahme täglich etwas nach oben bewegt. Im internationalen Vergleich ist der deutsche Leitindex aber mehr ein Bremsklotz als ein Beschleuniger. Zu dieser weltweit guten Aktienmarktstimmung, die jedoch an vielen Investoren vorbeigeht, hatten die Notenbanken und die konjunkturelle Entwicklung einen größeren Anteil. Schließlich ist weltweit die Situation wesentlich besser als sie vielfach wahrgenommen wurde und wird. Die Wirtschaft in den USA ist im 1. Quartal 2019 etwas stärker als erwartet gewachsen und die Daten aus China stellen sich ausnahmslos besser als erwartet dar. Dennoch dürfte diese gute Stimmung nun erst einmal Vergangenheit sein. Dafür sorgte am heutigen Sonntag Trump. Mit seiner Ankündigung höherer Strafzinsen gegen China am Ende dieser Woche wird US-Präsident Donald Trump der Börsenweisheit „sell in May and go away“ neues Leben einhauchen. Dies überraschend nur vordergründig, weil Trump ja als eine Messgröße des Erfolgs seiner Präsidentschaft die Börsenentwicklung genannt hatte. Anders als in Deutschland hat der marktbreite S&P 500 in der letzten Woche ein Allzeithoch erreicht. Der Börsenerfolg gibt dem US-Präsidenten also recht. Vor allem hat er sich mit diesem Schritt taktisch geschickt positioniert. Die US-Wirtschaft wächst stärker als erwartet, die weltweite Konjunkturstimmung wird wieder etwas besser und der US-Arbeitsmarkt boomt. Umgekehrt führen diese Faktoren dazu, dass er mit dem Wunsch nach deutlichen Zinssenkungen bei der US-Notenbank auf Granit beißt. Zudem rückt für den Dauerwahlkämpfer Trump nun die Wiederwahl 2020 in den Fokus. Also muss er der chinesischen Taktik in den Handelsgesprächen etwas entgegensetzen. Dies zum jetzigen Zeitpunkt mit einer drastischen Erhöhung der Strafzölle in kurzer Zeit zu tun, ist taktisch äußerst geschickt. Trump zeigt sein „dealmaker-Mentalität“ und seine Fähigkeit, manche Entwicklungen schneller als andere zu sehen und zu nutzen.

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