DVAM-Finanzmarkt-Newsletter

DVAM-FINANZMARKT-NEWSLETTER 13/2019

Wieder einmal geht eine wesentliche Nachricht unter: Die Rendite zehn Jahre laufender deutscher Staatsanleihen ist in den negativen Bereich gefallen. Am letzten Freitag lag ihr Tief bei - 0,03 % p. a., obwohl die Anleihekäufe der EZB ausgelaufen sind und die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin ordentlich ist. Wesentlich war aber die Entscheidung der US-Notenbank, eine faktische Zinspause in diesem Jahr zu verkünden. Nach einem Zyklus mit neun Zinserhöhungen und einer relativen Normalisierung der Zinssituation würden weitere Zinsschritte die Fortsetzung des weiteren Wirtschaftsaufschwungs gefährden. Ein von Donald Trump neu nominiertes Mitglied für die US-Notenbank stufte die letzte Zinserhöhung bereits als Fehler ein, was die Hoffnungen auf Zinssenkungen in den USA befeuerte. Gleichzeitig soll der Abbau der Anleihen, die die US-Notenbank hält, schneller als erwartet beendet werden. Die Liquiditätshilfen bleiben also auch in den USA in erheblichem Umfang bestehen. Entsprechend dürfte sich Donald Trump in seinen Forderungen nach niedrigeren Zinsen bestätigt sehen. Die letzten Tage sind sehr zugunsten des US-Präsidenten verlaufen: Die US-Notenbank kündigt eine Zinspause an und will stärker von Immobilienanleihen in US-Staatsanleihen investieren. Zudem wird bekannt, dass Sonderermittler Mueller keine Beweise gefunden hat, die Donald Trump hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit Russland im Wahlkampf überführen. Daraus wird der US-Präsident Rückenwind nehmen, um noch schärfer gegen seine Kritiker vorzugehen und gleichzeitig Forderungen zum Mauerbau oder Strafzöllen zu intensivieren. Insofern bleibt abzuwarten, inwieweit es tatsächlich zu einer guten Lösung insbesondere mit China im Handelskonflikt kommen wird. Die weltweit rückläufigen Zinsen stellen sicherlich einerseits einen Konjunkturimpuls dar, anderseits tragen sie natürlich zu einer Vielzahl von Fehlallokationen bei, die die Schwankungsbreite an den Kapitalmärkten immer weiter erhöhen werden.

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