DVAM-Finanzmarkt-Newsletter

DVAM-FINANZMARKT-NEWSLETTER 12/2019

Die Kapitalmärkte messen Katastrophen in Geld. So bitter und makaber es klingen mag, aber professionelle Marktteilnehmer stellen sich immer die Frage, welche Auswirkungen Ereignisse auf ihre Anlagen haben. Dies konnte man in den letzten Tagen sehr deutlich bei der Entwicklung des US-Leitindex Dow Jones sehen, dem die Aktien des Flugzeugherstellers Boeing wie ein Mühlstein um den Hals hingen. Die Boeing-Aktie ist mit knapp 10 % gewichtet und hat damit unmittelbaren Einfluss auf den gesamten Markt. Nach dem zweiten Absturz einer fast neuen Passagiermaschine und den daraus fast zwangsläufig folgenden Flugverboten für Maschinen dieses Typs verlor der US-Konzern in der hinter uns liegenden Handelswoche 10 % an Wert. Allerdings notiert die Aktie damit immer noch über 15 % über ihrem Wert am Jahresanfang 2019. Daher ist Boeing auch ein Lehrbeispiel über nationale Wirtschaftspolitik. Nicht nur die US-Luftfahrtbehörde gehörte zu den letzten, die die Fluggenehmigung für den Maschinentyp aussetzen, sondern auch die US-Politik tat das Klügste, was man tun kann, wenn ein heimisches Unternehmen in schwieriges Fahrwasser kommt und man die Mechanismen an den Kapitalmärkten kennt: Einfach mal nichts sagen! Dies nimmt dann zumindest den wirtschaftlichen Druck aus einer Katastrophe etwas heraus und verschafft dem Unternehmen Spielraum, um sich auf eine Problemlösung zu kontrollieren. Nimmt man alle Bestellungen zusammen, geht es bei Boeing um 500 Mrd. Euro Umsatz. Dies entspricht dem fünffachen Jahresumsatz und dem 35-fachen des Gewinns. Dagegen ist ein Kursrückgang um 10 % kaum der Rede wert. Dies gilt umso mehr, wenn man diese Kursentwicklungen mit beispielsweise Volkswagen im Zuge des Abgasskandals vergleicht. Die Aktie hatte nach einer schon zuvor eher schwachen Entwicklung fast 40 % eingebüßt, auch weil sich insbesondere die deutsche Politik mit Anschuldigungen gegen einen der größten Arbeitgeber in Deutschland überschlug, statt ein Gegengewicht gegen die Vorwürfe seitens der USA zu setzen.

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