DVAM-Finanzmarkt-Newsletter

DVAM-FINANZMARKT-NEWSLETTER 10/2019

Nach dem Motto “wer nichts tut, kann auch nichts falsch machen” erfolgen Entscheidungen, die auch zunehmend auf die Finanzwirtschaft abstrahlen. Als aktuellstes Beispiel muss der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU gelten. Zwar scheint sich unsere seit längerem bestehende Einschätzung einer Verschiebung des Austritts immer mehr zu konkretisieren; fraglich bleibt, was sich durch zusätzliche Zeit verändern soll, wenn es nicht zu Neuwahlen oder einem zweiten Referendum in Großbritannien kommt. Letzteres wäre demokratisch höchst fragwürdig. Schließlich kann man nicht so lange wählen, bis man ein Ergebnis erreicht, dass Politikern und Unternehmen gefällt. Viel entscheidender wäre die Auseinandersetzung mit den Gründen, die zum Austrittswunsch der britischen Bevölkerung geführt hatten. Ähnliche Überlegungen sollten zur US-Präsidentschaft Donald Trumps entstehen. Der gemeinsame Nenner scheint ein „dagegen“ zu sein, das sich immer mehr als Sackgasse herausstellt. Trumps „America-first-Politik“ sorgt für schwächere Wachstumsraten in den USA, da die Zolldiskussionen Waren verteuern und vor allem für Unsicherheit sorgen. Deswegen hilft auch hier die Verschiebung von – ohnehin willkürlich gesetzten – Fristen nicht weiter, sondern erhöht noch die Verunsicherung. Wenn dann auch auf anderen Ebenen die Erfolge ausbleiben, stellt sich sehr schnell die Frage nach der Zukunftsfähigkeit einer solchen Politik. Deswegen waren die von Donald Trump selbst hochgesteckten Erwartungen an den Gipfel der USA mit Nordkorea fatal. Der US-Präsident präsentiert sich außenpolitisch schwach, wirtschaftspolitisch erfolglos und innenpolitisch angeschlagen. Neben neuen Vorwürfen seines ehemaligen Anwalts ist vor allem der Widerstand gegen den nationalen Notstand ein wichtiger Faktor. Durch die damit verbundene parteiübergreifende Konfrontation droht neuerlicher Stillstand hinsichtlich grundsätzlicher strategischer Fragestellungen in einer Phase, in der die globalen Risiken eher noch weiter steigen als zurückgehen.

 

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