DVAM-Finanzmarkt-Newsletter

DVAM-FINANZMARKT-NEWSLETTER 07/2019

An den beiden letzten Handelstagen der hinter uns liegenden Woche hat der DAX fast die Hälfte seiner Jahresgewinne 2019 eingebüßt. Wie schon im Vorjahr sind die Veränderungen der allgemeinen Wahrnehmung extrem. Sah es vor wenigen Tagen noch so aus, als seien die negativen Themen weitgehend in den Kursen berücksichtigt, wurde nun wieder alles als negativ wahrgenommen. Zwei gute Beispiele sind die Entwicklung der deutschen Exporte und die Reaktion an den Kapitalmärkten auf schlechte Zahlen des Automobilkonzerns Daimler. Die deutschen Ausfuhren sind erneut gestiegen. Mit 3 % lag das Wachstum 2018 in diesem Bereich deutlich unter dem Vorjahr; aber trotz Strafzöllen und moderat geringerer Wirtschaftssteigerungen in China sowie der Diskussion um die Zukunftsfähigkeit deutscher Produkte noch eine solche Wachstumsrate zu schaffen, ist eigentlich eine positive Nachricht. An den Kapitalmärkten wurde dies anders wahrgenommen. Viele Medien berichteten sogar über rückläufige Exporte. Dabei exportiert Deutschland fast doppelt so viel wie vor rund 10 Jahren. Die Frage ist, welche Werte erwartet werden und wie realistisch dies ist. Eine solche Fragestellung ist umso berechtigter, wenn man sich mit den Zahlen des Daimler-Konzerns auseinandersetzt. Diese waren schlecht. Wer sich die Entwicklung des Börsenkurses angesehen hatte, musste mit solchen Ergebnissen und eigentlich noch schlechteren Daten rechnen. Dennoch wurde die Aktie mit einem Minus von 10 % abgestraft. Würden diese Maßstäbe bei dem selbst- ernannten Elektromobilitätspionier Tesla angelegt, wäre die Aktie wertlos. Tatsächlich werden aber in dieser Form nur deutsche und europäische Aktien abgestraft. Dies erfolgt mit „freundlicher Unterstützung“ der Politik. Auf europäischer Ebene fehlt Klartext zum Brexit, zu dessen weiteren Vorgehen das britische Parlament in der kommenden Woche erneut abstimmen will. Statt nun seitens der EU „klare Kante“ zu zeigen, werden völlig übertriebene Sorgen zu einem Wirtschaftseinbruch in Kontinentaleuropa durch einen unkoordinierten Austritt geschürt. Vermutlich soll so das politische Versagen kaschiert werden, das in Deutschland immer weiter um sich greift. Neben der unverantwortlichen, politischen Schwächung des deutschen Wirtschaftsstandorts durch eine unsinnige Abgasdiskussion sorgte das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium mit sozialistischen Tendenzen der Abschottung bei Unternehmensübernahmen für neue Sorgen, während die SPD einen Schritt „weiter“ ist und sich rückwärts ausrichtet.

 

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