DVAM-Finanzmarkt-Newsletter

DVAM-FINANZMARKT-NEWSLETTER 05/2019

Eigentlich hielt in der hinter uns liegenden Handelswoche das perfekte “Crash-Szenario” an. Ein wirrer Plan der britischen Premierministerin Theresa May zur Verhinderung eines ungeordneten Brexits, der US-(Teil-)Regierungsstillstand, ein auf die konjunkturellen Risiken verweisender EZB-Präsident Mario Draghi, weltweite Rücknahmen der Erwartungen an die weitere wirtschaftliche Entwicklung und ein schwaches Wirtschaftswachstum in China boten das ideale Umfeld für fallende Kurse. Jedoch erreichten beispielsweise DAX und MDAX neue Jahreshochs 2019 und auch die Entwicklung der internationalen Aktienmärkte war überwiegend erfreulich. So schlecht wie derzeit alles dargestellt wird, ist die Lage nicht. Anders als vor einem Jahr als alle Analysten von einem “ewigen” Boom träumten, gehen jetzt viele von einem wirtschaftlichen Untergang aus. Beides war und ist natürlich Unfug. Etwas mehr Realismus in der Betrachtung der Fakten wäre für alle hilfreich, um die völlig überzogenen Bewegungen an den Kapitalmärkten abzumildern. Das beste Beispiel hierfür ist das chinesische Wirtschaftswachstum: Es lag im letzten Jahr mit 6,6 % über der Prognose der Regierung. Man hatte dort die Wirtschaftsleistung unterschätzt, während sie in Deutschland beispielsweise überschätzt worden war. Der Rückgang in China im Vergleich zum Vorjahr ist mit 0,2%-Punkten minimal, auch weil die absolute Wirtschaftsleistung höher als vor einem Jahr ist. China schafft – vereinfacht formuliert – jedes Jahr eine neue Volkswirtschaft von der Größe der Schweiz – allerdings ohne deren finanzwirtschaftliche Risiken. Auf die tatsächlich nachlassende Dynamik reagiert China weiterhin klug und erhöht die Staatsausgaben und gibt dem privaten Sektor mehr wirtschaftliche Freiheiten. Entsprechend entwickelt sich die noch zweitgrößte Volkswirtschaft marktwirtschaftlicher als dies vielfach wahrgenommen wird. Diese Schritte erfolgen ohne höhere Staatsschulden in China.

 

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