DVAM-Finanzmarkt-Newsletter

UNSER LEITTHEMA IM DVAM-FINANZMARKT-NEWSLETTER 3/2018

Man fühlt sich mit Blick auf die Kapitalmärkte an den Untergang des damals weltgrößten Kreuzfahrtschiffs Titanic erinnert: Die Musik spielt bis zum Untergang. Schließlich gibt es mit Blick auf die kommenden Monate kaum positive Nachrichten, die das aktuelle Kursniveau bei Aktien – vor allem in den USA – rechtfertigen. Zwar dürfte die US-Steuerreform noch leicht positive Effekte haben; vieles ist aber bereits vorweggenommen. Nicht berücksichtigt sind die drohenden Folgen für die US-Politik, wenn der Sonderermittler zur Russland-Affäre Donald Trump befragt und sich so die Verdachtsmomente gegen den US-Präsidenten erhärten. Dies würde nicht nur die USA in die tiefste politische Krise der jüngeren  Vergangenheit stürzen, sondern könnte die Deutsche Bank als möglichen Zwischenfinanzierer ebenso in den Abgrund reißen wie den russischen Präsident, der dann jegliche Glaubwürdigkeit verspielt hätte, wenn in diesem Zuge russische Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl nachgewiesen würde. Dieses Szenario hat das Potenzial den Vertrauensverlust während der Finanzkrise 2008 noch deutlich zu übertreffen. Möglicherweise hat China das erkannt und mit der Spekulation über das Ende von Anlagen der eigenen Devisenreserven in US-Staatsanleihen einen Testballon gestartet, wie es an den Märkten aufgenommen wird.

Im Ergebnis wäre dieser Test ganz positiv verlaufen, weil das Zinsniveau in den USA nach dieser inzwischen dementierten Nachricht nicht explodiert ist. In Europa sind die Zinsen stärker gestiegen, weil wieder einmal die irrige Hoffnung auf ein Ende der Niedrigzinspolitik stärker im Fokus stand. Dabei taumelt Europa zumindest politisch doch weitgehend orientierungslos umher. Der französische Präsident Macron tritt zwar selbstbewusst, aber weitgehend inhaltsleer auf, während Deutschland politisch gelähmt zu sein scheint. Selbst das Sondierungsergebnis für eine Neuauflage der großen Koalition ist ein Zeichen der Schwäche und viele SPD-Wählerinnen und Wähler werden jetzt an den Satz zum Jamaika-Aus denken: Es ist besser nicht zu regieren, als falsch zu regieren.

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