Die Krise Großbritanniens – welche verdeckte Gefahr Anleger jetzt meiden sollten

Die Krise Großbritanniens – welche verdeckte Gefahr Anleger jetzt meiden sollten

16.08.2016

Das für viele überraschende Votum der britischen Bevölkerung für einen Austritt aus der EU sorgt für große Verunsicherung. Neben den politischen Verwerfungen drohen eine Rezession in Großbritannien und eine tiefgreifende Veränderung der europäischen Finanzarchitektur. Schließlich ist London das Finanzzentrum Europas. Dies wird zu Verlusten führen und wieder Anleger treffen, die auf besondere Sicherheit setzen wollten.

Mit dem Finanzplatz London rücken ebenfalls Investmentbanken in den Fokus, die mit komplexen Finanzinstrumenten immer wieder Auslöser von Krisen waren. Deswegen scheint Sorge um die Entwicklungen dort nicht angebracht. Die drohende Rezession, unter der die gesamte britische Wirtschaft leiden könnte, scheint wesentlich größere Auswirkungen zu haben. Nun haben deutsche Anleger – und insbesondere konservativ ausgerichtete Investoren – allerdings nicht in Großbritannien investiert. Selbst Staatsanleihen wurden dort mit Blick auf das Währungsrisiko und die geringe Zinsdifferenz nur selten gekauft. Deswegen scheinen die zwischenzeitlichen Verwerfungen an den Kapitalmärkten viele Anleger nicht zu betreffen. Entsprechend entspannt waren viele Anleger nach Bekanntgabe des Ergebnisses des Referendums, obwohl der Dax über 1.000 Punkte fiel und die US-Rendite für zehn Jahre laufende Staatsanleihen ein historisches Tief erreichte. Dies schien das historische Ereignis sehr schnell zu relativieren. Schließlich hatte sich „nur“ die Bevölkerung eines international – insbesondere ohne den dort dominierenden Finanz- und Immobiliensektor – wirtschaftlich mäßig bedeutetes Land entschieden, einen gemeinsamen Wirtschaftsraum zu verlassen. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft dürften tatsächlich überschaubar sein. Deswegen hat es im Zuge der recht schnell einsetzenden Markterholung nicht lange gedauert, bis erste Stimmen aufkamen, dass der Brexit nicht so schlimm sei. Schließlich könne Großbritannien ähnlich wie Norwegen Teil der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft bleiben.